Demo und Kundgebung gegen den Naziladen „On The Streets“ am 3. Juli in Hennigsdorf

Vielen Menschen ist er bereits ein Begriff – der „On the Streets“, Szeneladen von Neonazis mitten in der brandenburgischen Stadt Hennigsdorf. Der Laden wird von dem bundesweit bekannten Neonazi Alexander Gast (der selber Frontmann der Band Spreegeschwader ist) betrieben, verkauft werden hauptsächlich CDs von rechten Bands und Kleidung, z.B. der Marke „Thor Steinar“. Es gab Razzien, bei denen verbotene CDs beschlagnahmt wurden und es gibt seit Eröffnung des Ladens Protest gegen ihn. Dennoch existiert dieser Laden immer noch. Das liegt unter anderem daran, dass die Eigentümerin des Gebäudes sich weigert den Nazis zu kündigen. Nicht etwa, weil sie selber rechtsradikal ist, sondern weil die Nazis immer pünktlich ihre Miete zahlen. Mehrere Menschen haben bereits versucht ihr klarzumachen, wem sie da die Möglichkeit bietet Propaganda zu verbreiten. Auch wurde ihr Hilfe bei der Kündigung und dem Finden von Nachmietern angeboten, doch all das ist ihr laut eigener Angabe „zu stressig“.
Diese Ignoranz ist beispielhaft für eine weit verbreitete Einstellung in der Bevölkerung. Nazis sind akzeptierter Teil der Gesellschaft und auf Stadtfesten ebenso präsent wie in Vereinen. Viele HennigsdorferInnen finden das auch völlig normal, da ja „jedem seine Meinung“ gelassen werden solle.

Diesem common sense wollen wir entschieden entgegentreten. So hat sich nun ein Bündnis von BürgerInnen aus Hennigsdorf zusammengetan um sich für die Schließung des „On the Streets“ einzusetzen. Die Beteiligung reicht von Gewerkschaften über Parteien, den Seniorenbeirat, SchülerInnen und viele andere bis zur Antifa. Einmal im Monat findet nun von einer der beteiligten Gruppen organisiert eine Kundgebung vor dem Laden statt.
Natürlich kann man sich fragen, was das alles noch bringen soll, besonders wenn die Eigentümerin so unbelehrbar scheint. Wir haben darauf eine klare Antwort: durch regelmäßige Aktionen in der Stadt kann Ignoranz gebrochen werden – vielleicht auch bei der Eigentümerin. Vielleicht ist es ihr auch irgendwann zu stressig sich ständig die Proteste anzuhören. Vor allem aber ist es schon ein Schritt nach vorn, dass sich solch ein breites Bündnis gegründet hat. Die Vernetzung von engagierten BürgerInnen ist in dieser Stadt dringend nötig und auch über den Protest gegen den „On the Streets“ hinaus richtig und wichtig.
Deswegen sind wir als örtliche Antifa Veranstalterin der Protestkundgebung im Juli.

Also: kommt zahlreich, seid bunt und laut, setzt eigene Inhalte und bekämpft den „On the Streets“ und alle anderen Neonazis in der Stadt!

Dem völkischen Mob kündigen! Nazi-Lifestyle nicht zur Normalität werden lassen!